Bauarbeiten

 

Fotomaterial zu den Bauarbeiten


 

Renovierungsarbeiten

Bauarbeiten am Wasserrad

 

 

Bauarbeiten an der Wasserschnecke

Bauarbeiten an der Fischtreppe


 

 

Dokumentation der Bauarbeiten


 

2.1 Bauabschnitt 1

Gebäudebestand erhalten

 

Nach dem Abschluss des Erbpachtvertrages mit der Stadt Friesoythe im Mai 1997 beginnt der Mühlenverein sofort mit den Aufräumarbeiten im Gebäude.

Das seit über 15 Jahren ungenutzte und zu einer Ruine verfallene Hauptgebäude wird von den Vorstandmitgliedern von Unrat und Ungeziefer gesäubert. Zu den „Maitagen 1997“ wird das Gebäude und das Nutzungskonzept des Mühlenvereins der Öffentlichkeit vorgestellt. Die „utopischen Vorstellungen“ des Mühlenvereins finden nur bei einer geringen Zahl der Friesoyther Bürger Glauben und Unterstützung. Unabhängig davon wird am 1. August 97 mit den Bauarbeiten begonnen.

Finanziert werden die ersten Baumaßnahmen durch die Aufnahme eines Bankdarlehns. Die über zwei Jahre dauernden Bauarbeiten zur Erhaltung und Wiederherrichtung des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes mit einem Kostenvolumen von ca. 545.000,00 DM können nur finanziert werden, weil neben dem ehrenamtlichen Einsatz vom Vorstand und Mitgliedern des Mühlenvereins auch private Geldspenden, Spenden und Zuschüsse von mehreren Institutionen eingehen und weil die sehr lohnintensiven Bauarbeiten mit Mitteln des Arbeitsamtes als „ABM“ Maßnahme gefördert werden. Ebenso können zeitweise neben den beiden zugewiesenen ABM-Kräften zwei weitere geeignete Sozialhilfeempfänger über die Stadt Friesoythe eingesetzt werden.

Im November 97 wird die gesamte hölzerne Dachkonstruktion in einer spektakulären Aktion mit einem Schwerlastkran abgenommen und 2 Tage später nach Erhöhung und Stabilisierung der Dachgeschosswände wieder aufgesetzt. Im Winter 97/98 ist das Gebäude mit neuer Dacheindeckung winterfest hergestellt.

Im Februar 1998 wird von Mitgliedern und Helfern eine Spendenaktion in Form einer Haussammlung im ganzen Stadtgebiet zur Finanzierung des 1. Bauabschnittes durchgeführt.

Öffentlichkeitsarbeit wird besonders durch die Teilnahme mit Aktionen am Deutschen Mühlentag am 1. Juni 1998 und am Tag des Denkmals am 13. September betrieben.

Das Kellergeschoss wird teilweise neu gegründet. In dem neuen Gebäudeteil werden die erforderlichen sanitären Einrichtungen einschließlich eines rollstuhlgerechten Außenzuganges und einer behindertengerechten WC-Anlage errichtet.

Das Gebäude ist dadurch schon für kulturelle Veranstaltungen während der Bauzeit geeignet.

 

2.2 Bauabschnitt 2

     

Einrichtung und Betrieb eines Kulturzentrums

 

Bereits am 11. September 1998 wird das erste Benefiz „Baustellenkonzert“ der „Kammer-viel-harmoniker der Bergischen Musikschule Stadt Wuppertal“ und am 23. September ein weiteres Konzert des Blockflötenduos HALBQUARTETT Kerstin Kühne und Rebecca Voss, Berlin aufgeführt.

Die erste große Ausstellung in der Baustelle Kulturzentrum findet im März 1999 statt. Zu dem Titel „Der Dreißigjährige Krieg in unserer Region“ wird die Wanderausstellung des Landkreises Osnabrück anlässlich der 350jährigen Wiederkehr des Westfälischen Friedens um regionale Themen wie z. B. „Die Schlacht um Altenoythe Weihnachten 1623“ ergänzt. Der Mühlenverein bekommt eine Original-Feldkanone aus dem Dreißigjährigen Krieg geschenkt, die jetzt nach der Erneuerung der Lafette im Jahr 2005 einen Platz im Eingangsbereich der Mühle gefunden hat. Der Bezug zum Aufstellungsort wird durch die geschichtlichen belegten mehrmaligen Plünderungen der Mühle in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges hergestellt.

In der Folgezeit findet kulturelle Veranstaltungen jeder Art für alle Altersgruppen und Bevölkerungsschichten in der „Alten Wassermühle“ statt.

Zu dem großen Ereignis, dem 4. Weltkongress der Schmiede und Metallgestalter im September 2000, welcher im Museumsdorf Cloppenburg und in der Wassermühle der Schmiedestadt Friesoythe stattfindet, können auch die Außenanlagen des Kulturzentrums endlich fertig gestellt werden. Auf dem Vorplatz schmieden 40 Schmiede aus vielen Nationen im Rahmen eines Workshops das jetzt auf dem Vorplatz stehende Schmiededenkmal.

Die Zuwendungen des Landes über die „Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur in Niedersachsen e.V. LAGS“, ermöglichen im Jahre 2000 die Anschaffung von Bühneneinrichtungen und Mobiliar zur Vervollständigung des Kulturzentrums.

2.3. Bauabschnitt 3

Wiederherstellung der Wasserkraftanlage, Baumaßnahmen zur Errichtung eines Informationszentrums, Bau eines Fischpasses.

 

Durch die Vorbeschriebenen Bauabschnitte 1 und 2 sind die finanziellen Möglichkeiten für den Mühlenverein ausgeschöpft. Für die Wiederherstellung einer intakten Wassermühle werden deshalb andere Finanzierungsmöglichkeiten gesucht.

Durch Anträge zur Projektförderung bei der DBU „Deutsche Bundesstiftung Umwelt“ in Osnabrück und bei der “EWE-Naturwatt GmbH“ in Oldenburg werden Fördermittel in Höhle von ca. 600.000,00 Euro bewilligt. Dies führt auf der Mitgliederversammlung am 07. Juli 2003 zu dem Beschluss diesen letzten Bauabschnitt in diesem Kostenrahmen durchzuführen. Mit den Tiefengründungsarbeiten für den Foyeranbau wird im November 2003 begonnen. Der Anbau wird im Frühjahr 2004 fertig gestellt. Im April 2004 beginnen die Arbeiten für den Fischpass und die Wasserbaumaßnahmen für die Wasserkraftanlagen. Hierfür muss die Soeste über mehrere Wochen aufgestaut und mit Rohrleitungen durch die Baustelle geführt werden.

Diese Baumaßnahmen werden bis zum Deutschen Mühlentag 2004 am 31. Mai fertig gestellt und der Öffentlichkeit vorgestellt. Jetzt wird erstmalig nach fast einhundert Jahren in der Alten Wassermühle wieder Korn mit einem Wasserradangetriebenen Mahlgang gemahlen. Am Sonntag, den 12. Dezember 2004 erfolgt eine Fernseh- Live Übertragung aus dem Kulturzentrum „Alte Wassermühle“ Friesoythe. Hier wird auch das nach historischen Unterlagen wiederhergestellt Wasserrad mit Mahlgang, die neue Wasserkraftanlage und der MÄÄNDER-Fischpass den Fernsehzuschauern des NDR 3 ausführlich vorgestellt.

 

 

3. Einrichtung des Informationszentrums Regenerative Energien

3.1. Planung und Ausführung

 

Nach Abschluss der Hochbaumaßnahmen wird die Einrichtung des Informationszentrums vorangetrieben. Mit der Planung für dieses sehr komplexe und wichtige erlebnisorientierte Umweltbildungszentrum mit dem Schwerpunkt erneuerbare Energien zur Erzeugung von elektrischem Strom wird eine Fachagentur beauftragt. Die Firma SigNatur „Medien für Öffentlichkeitsarbeit im Natur- und Umweltschutz“ aus Göttingen erarbeitet in der Zusammenarbeit mit dem Mühlenverein ein Konzept für das Informationszentrum. Dieses wird nach Abstimmung mit den Förderinstitutionen im Frühjahr 2005 anschließend größtenteils verwirklicht.

Am 30. Juni 2005 kann das Kulturzentrum „Alte Wassermühle“ und das Informationszentrum „Regenerative Energien“ in einer angemessenen Feier eingeweiht werden.

 

Die Festvorträge halten zu den Themen:

                                  

                „Die Nutzung erneuerbarer Energien - ein kurzer historischer Abriss.“

 

                                   Herr Dr. Fritz Brickwedde

                                   Generalsekretär der

                                   Deutschen Bundesstiftung Energienquellen.“

                                   und

                                   „Zukunft der Stromproduktion

                                   aus regenerativen Energiequellen.“

 

                                   Herr Dr. Werner Brinker

                                   Vorstandsvorsitzender der EWE,

                                   Präsident des Verbandes

                                   Der Elektrizitätswirtschaft.

 

3.2 Inhalte

Das Von SigNatur entwickelte Konzept des Informationszentrums wird in Kurzform hier als Anhang beigefügt. Die Zielsetzung des Mühlenvereins kann wie folgt beschrieben werden: Jeder Besucher, unabhängig von der Altersgruppe, soll schon beim Studium der äußeren Zeitleiste mit der Erdzeituhr, für den bisherigen unverantwortlichen Umgang mit den fossilen Energienträgern sensibilisiert werden.

Die Informationen über die Geschichte der erneuerbaren Energien von mehreren tausend Jahren bis zu den heutigen Nutzungsmöglichkeiten zur Erzeugung von elektrischer Energie wird anschaulich und übersichtlich und nicht überfrachtet auf den Schautafeln mit entsprechenden Textergänzungen vorgestellt.

 

Es werden alle heute nutzbaren Energieformen wie Wasserkraft, Winkkraft, Sonnenenergie, Erdwärme und Energie aus nachwachsenden Rohstoffen vorgestellt, schwerpunktmäßig natürlich die hier vorhandene Nutzung der Wasserkraft, aber auch eine auf dem Dach montierte Fotovoltaikanlage.

Die Geschichte der Wassermühle Friesoythe, sowie die Entwicklung der Wassermühle als erste Maschine der Menschheit vom Altertum bis heute wird besonders ausführlich dargestellt.

Im Kellergeschossraum wird für jede Energieform ein Experimentiertisch aufgebaut, wo die wichtigen Grundlagen der jeweiligen Energieerzeugungsformen mit Versuchsanordnungen erprobbar sind.

Auch über die zukünftigen Energieerzeugungsmöglichkeiten wird laufend und zeitnah auf einem Experimentierstand informiert z. B. über die Möglichkeiten der Stromerzeugung mit Brennstoffzellentechnik.

Jeder Besucher sollte nach Verlassen des Hauses von der Wichtigkeit der zukünftigen Energieerzeugung durch regenerative Energieformen überzeugt sein.

 

3.3 Fazit

Dieses Informationszentrum trägt in hohem Maße zu einer neutralen und zeitgemäßen positiven Diskussion über die Notwendigkeit zum Ausbau von Regenerativer Stromerzeugung jeglicher Art bei.

Die Stadt Friesoythe ist mit ihren über 20.000 Einwohnern für diese Einrichtung prädestiniert, das sie bereits im Jahr 2004 ihren Gesamtbedarf an elektrischer Energie in einer Größenordnung von ca. 138 Mio KWh zu 91 %! aus erneuerbaren Energien durch die in ihrem Stadtgebiet vorhandenen

                        14       Biogasanlagen,

                        78       größeren Fotovoltaikanlagen,

                          1       Wasserkraftanlage und

                        60       Großwindanlagen erzeugt hat.

Ein Vorbild für eine zukunftsweisende dezentrale Energieversorgung.